Der lustige Digedon betrachtet dieses Werk aus seiner ganz eigenen Sicht ...
Digedon
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Orlando
Variant-Rezi aus Digedon Nummer 10,5
245
 Der Schatz der Rademarsier
 April 2003
Viele Jahre nach ihrem Versickern in der Fata Morgana meldete sich bei den Digedags eine gewisse Alterssentimentalität, denn die ewige Jugend war dahin und auf den früher straffen Knollennasen hatten sich hässliche Runzeln angesiedelt. Auch plagte sie schon ein chronisches Fußasthma. So war man versucht, aus Erinnerungen zu zehren.

Dig und Dag hatten während ihrer Dienstmannzeit an der Jungfernbrücke anno 1838 aus Geldnot ihr Buch "Unsere Abenteuer" bei den Gräberts als Pfand hinterlegt, da sie beim Hunderennen unbedingt auf Nebukadnezar setzen wollten.

> Kürzlich nun besuchten sie erneut Berlin, um das geliebte Lebenswerk wieder auszulösen. Voller Enttäuschung erfuhren sie, dass es schon vor langer Zeit verkauft worden war. Es hieß, ein gewisser Hegenbarth habe den verstaubten Folianten im Jahre 1953 für eine symbolische Ostmark erworben und er soll seither eine große Anzahl an buntbebilderten Geschichten herausgebracht und damit erklecklichen Reibach gemacht haben. Leider war das rote Buch zum Ende 1975 aufgebraucht. Man munkelte weiterhin, das Artefakt befände sich seither an einem nur Hegen bekannt gewesenen Orte, der nach 999 Jahren testamentarisch offenbart würde.

Beim Stöbern im Comic-Laden fanden die Digedags in einem altem
Römersandalen-Karton lediglich ein Titelblatt mit Dag und Digedag sowie der Beschriftung "Der Schatz der RADEMARSIER". Lange grübelten sie ob der Bedeutung, denn es deckte sich nicht mit ihren Erinnerungen.

Der Schatz der Rademarsier Variantcover Mosafilm

Senilkonfusität konnte hierbei nach eigenem Ermessen ausgeschlossen werden. Das Bild gab viele Rätsel auf. Digedag behauptete, trotz seiner roten Haare niemals grün gewesen zu sein. Also eine Fälschung? Richtig fette Schätze mit Goldmünzen gabs so viele nicht auf ihren krummen Lebenspfaden, wie etwa in Heft 1 und 4 dargestellt. Flaschengeister sowieso nur im ersten Heft.

Der Titel deutete auf einen Marsbesuch hin. Nur einmal weilten sie jedoch mit der RS-X1 auf dem roten Planeten. Dort: Wenig Schätze

und viel Sand. Vielleicht war der Titel anagrammatisch verschlüsselt.
Aha, der Schatz des RADAR-EIMERS! Oder?

Beim Konkurrenz-Raumschiff RS-MY3 brach ja bekanntlich dereinst die Antenne ab. Sozusagen eine RADAR-MISERE in der RADAR-REMISE. Oder hatte der großneonische Bord-Barbier MAD RASIERER etwas damit zu schaffen? Vielleicht auch der Schiffskoch, dessen Kreation bei der Mannschaft zu DARM-RASEREI geführt hatte?
Dig, Dag und Digedag konnten sich keinen Reim (oder derer zu viele) darauf machen und legten das Blatt wieder zurück ins Regal. Um wenigstens einen halbwegs adäquaten Ersatz für ihre verlustig gegangenen Memoiren zu erhalten, kauften sie sich sämtliche Sammelbände der Hegen-Adaption.

Die Digedags vesprachen, irgendwann aus dem Nirwana zurückzukehren. Dag meinte, Ostern wäre ein angemessener Termin. Mit dieser letzten Ansage verschwanden die drei Alt-Gnome in der Feinstaubwolke eines Fahrzeugs der Tram-Linie M10.

Das besagte Titelblatt wurde später anlässlich eines Subbotniks bei den Gräberts von Pteroman entdeckt und für die Nachwelt professionell aufgezergelt.

Währenddessen bleichen, weit weg in der SIERRA MADRE, noch immer die Gebeine eines Freddy Dobbs in der Sonne vor sich hin ...
Präsentiert von Mosafilm - mit freundlicher Genehmigung von Roland Kern (Text) und Frank Nietsch (Variantcover).